Pentala. Eine wunderschöne Insel im Meer vor Espoo

Zum Glück gibt es in Espoo auch Inseln, zu denen man ohne eigenes Boot kommt. Mein Lieblingsziel Iso Vasikkasaari hat jetzt einen guten Konkurrenten bekommen, als wir Ende Sommer 2019 endlich Pentala besucht haben.

Pentala bietet eine Mischung aus ziemlich unberührter Natur, Naturpfad, naturbelassenem Strand und Freilichtmuseum. Das Freilichtmuseum (Pentala Archipelago Museum) ist Teil des Espoo Stadtmuseums. Es wurde übrigens erst 2018 eröffnet.

Die Insel an sich ist mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar, aber der Naturpfad ist es nicht!

Es gibt mehrere Häfen, von denen ein Boot nach Pentala fährt. Ich empfehle immer noch nachzufragen, bevor man an Bord steigt, denn oft wird derselbe Hafen von mehreren Linien angefahren und aufgrund von Verspätungen kann es gut sein, dass zur richtigen Zeit zwar ein Boot kommt, aber trotzdem nicht direkt dorthin fährt, wo man hinwill. So ging es uns dieses Mal nämlich. Zum Glück hat jemand der Wartenden nachgefragt. 🙂 Wir sind übrigens in Kivenlahti losgefahren. Da ist zwar ein grosser Parkplatz, der aber auch sehr schnell voll war, und man musste auch noch ein Stück zum Boot spazieren.

Die Fahrt nach Pentala tuckert an schönen, felsigen Inseln vorbei und man lässt schon bald das Grossstadtgefühl hinter sich. Hunde dürfen übrigens mit an Bord.

Gleich am Anfang der Insel gibt es viele Häuser zu besichtigen, teilweise kostenpflichtig, und auch das meines Wissens einzige Restaurant, Café und Toiletten.

Auf der Insel gibt es einen 2,3 km langen Naturpfad (ausgewiesen mit Luontopolku-Schildern). Dieser führt einem in grossem Bogen durch den Wald, am Pentalasee (Pentalanjärvi) vorbei und auch in die Nähe des Diskand Strandes. Der Strand ist recht gross und mit weichem Natursand, aber leider so gegen Ende des Sommers auch sehr mit Algen verseucht. In Algenwasser sollte man ja nicht schwimmen. Ausserdem stank der Strand, also blieben wir nicht länger.

Auch in der Nähe des Restaurants am Rande des Museumsgebietes hibt es einen kleinen Strand, aber soweit ich mich erinnern kann, gehörte der zum Gebiet eines Segelvereins.

Diksandin luonnonhiekkaranta

Im Inselrestaurant Paven (Saaristoravintola Paven) gibt es übrigens gutes Essen, Hamburger, Risotto, Lachssuppe usw. Von fast allen Tischen sieht man gut raus.

Saaristoravintola Paven

Unser Kleiner schien sich hinterher am meisten an den Strand zu erinnern, wo man so schöne Sandburgen hätte bauen können, und auch der Riesenameisenhaufen im Wald blieb gut im Gedächtnis. Auch die Schafe auf der Wiese haben wir gebührend beobachtet. Die Mama konnte sich am besten noch an den wunderschönen See erinnern. Eine Insel im Meer vor Espoo mit einem See in der Mitte, und darin noch ein See. 😅

Auf Pentala werden im Sommer auch Events abgehalten, bei denen besonders die Vorgeschichte Pentalas vorgestellt wird.

Und hier noch ein paar Bilder vom ruhigen Pentalasee:

Mehr Infos zu Pentala auf Englisch: link.

Und ich hebe mal noch sicherheitshalber den Link zu den Schiffszeitplänen hervor: Link.

Olari, Espoo. 2,4 km

Im Juni 2019 bekam Espoo wieder einen neuen ausgezeichneten Naturpfad. Der Gesundheitspfad (Terveysluontopolku) ist mit blauen Herzen gekennzeichnet und führt mitten im dichtbesiedelten Südespoo einmal im Kreis durch den Espoo Zentralpark (Keskuspuisto).

Man kann zwar den Naturpfad (angeblich) in beide Richtungen folgen, aber wenn man bedenkt, dass wir am Ende den Pfad verloren haben und das Schild einen direkt in den Wald zu den ersten Herzen führt, ist es zu empfehlen, den Pfad so entlang zu gehen, wie wir es getan haben.

Schon mal vorab: auch wenn viele Wege im Zentralpark sehr breit und mit Rollstühlen und Kinderwägen befahrbar sind, diesen Pfad kann ich dafür nicht empfehlen, denn es ist ein sehr hügeliger und mit Wurzeln durchkreuzter Pfad. Was ihn andererseits in meinen Augen besonders reizend macht. 🙂

Wie kommt man hin? Wir haben unser Auto in der Kurve der Ylismäentie auf dem kleinen Parkplatz gelassen. Von hier geht es hinunter in den Wald, über die Kreuzung geradeaus weiter und wieder den Hügel hoch, auf dem rechten, höheren Weg entlang. Bitte beachten: bald nach der Kreuzung geht links ein Pfad ins Gebüsch mit einem Schild „Luontopolku“ (also Naturpfad). Hier handelt es sich um den älteren, schon an vielen Stellen zugewachsenen Naturpfad. Hier sollte man also nicht abbiegen, wenn man sich den neuen Gesundheitspfad ansehen möchte.

Bald am Wegesrand findet man ein kunstvoll gemaltes Bild mit einer Karte und den wichtigsten Merkmalen des Pfades.

Der Pfad führt nun neben dem Schild direkt in den Wald, auf einem kleinen Pfad über Wurzeln hinüber und im Zickzack hin und her. Hier spätestens denkt man nicht mehr daran, dass man mitten in Espoo ist.

Unserem Sohnemann gefiel es wieder einmal besonders gut, voraus zu laufen und die Herzen an den Bäumen zu entdecken. Zumindest bis er plötzlich die Idee hatte, einen Stein zu nehmen und an alle Baumstümpfe, Steine, Wurzeln usw. zu hauen und zuzuhören, was für ein Geräusch dabei entstand. Der Spass wurde besonders toll, also wir später Schilder und Metallpfosten fanden.

Am Pfad gibt es acht verschiedene Informationsstellen, an denen Schilder auf finnisch, schwedisch und englich verschiedene Gesundheitsaspekte erläuterten oder mehr von der Natur hier erzählten. In diesem Sinne ist dies ein moderner Pfad, auf dem auch ein Ausländer mal mehr vom Naturpfad hat.

Die grossen Steine am Weg gefielen uns sehr. Ob man wohl darauch klettern kann, überlegte sich unser Kleiner, unterliess es aber dann doch. Der Pfad überquerte bald einen breiten Radweg und führte uns dann weiter durch den schon herbstlichen Wald. Die Nässe des Herbstanfangs hatte den Wald schon in ein abwechslungsreiches Farbenmeer verwaldelt und eine andere Linse für die Kamera (oder ein besserer Fotograf) wäre nötig, um dies alles einzufangen.

Etwa nach der Hälfte der Strecke stiegen wir ein paar Holzstufen auf eine schöne „Aussichtsplattform“ mit einer Vesperstelle. Zwei hölzerne Tische mit Bänken (einer für Erwachsene und einer für ihre kleineren Wandergenossen) boten den idealen Ort für eine Stärkung. Wie so typisch in Finnland gibt es auch hier keinen Mülleimer, also nehmt bitte euren Müll auch wieder mit.

Manchmal wurde es schon etwas schwieriger, die blauen Herzen zu entdecken, aber zum Glück haben Kinder so scharfe Augen und wir haben uns nicht verlaufen.

Am Ende kamen wir auf einem breiten Pfad an und fanden keine blauen Herzen mehr, aber dank unseres Handys und guter Orientierung, fanden wir gut wieder zurück zum Auto.

Zu diesem Naturpfad kommt man übrigens auch sehr gut mit dem Bus und für das Auto gibt es mehrere gute Parkplätze, sollte der ein voll sein.

Mehr zum Naturpfad (auf finnisch): Espoo.fi/Terveysluontopolku

Der Naturpfad von Karnaistenkorpi, Lohja (etwa 3 km)

Karnaistenkorpi findet man recht leicht: die „Autobahn“ von Helsinki nach Lohja, und dann die Ausfahrt nach Lohja bei der ABC-Tankstelle raus, nach rechts und an der ABC-Tankstelle vorbei, dann wieder rechts an der Kreuzung und bis fast zur Sportstätte Kisakallio. Entweder bei Kisakallio parken (ich habe aber nicht nachgeschaut, ob man dort auch so parken darf) oder kurz vorher nach links in den Wald zum kleinen Parkplatz des Naturpfades (luontopolku).

Obwohl es bei unserem Besuch noch nicht Mittsommer war, gab es schon einige Mücken. Man sagt hier nämlich, dass die Mücken ab Mittsommer kommen. Also Kapuze auf und los geht’s.

Heute versuchten wir den Geschichtenweg (Tarinapolku). Leider hatte ich vergessen, dass im iPad kein WLAN ist und deshalb konnten wir die Geschichten zu den Nummerschildern nicht lesen. Der Text (auf finnisch) ist hier: tarinapolku.

Der Weg gefiel uns sehr. Etwas über drei Kilometer lang ging der Weg an zwei kleinen Tümpeln entlang (Finnen finden, dass Seen, die unter 200m lang sind, nur Tümpel sind) und die Landschaft ändert sich ständig. Kleine Pfade enden in Treppen und Holzplanken, und es gibt Waldwege, Randwege, kleine Berge und an grossen Steinen vorbei.

Am Rand des ersten Teiches wunderten wir und über einen schwarzen Knoten auf einem umgestürzten Baum im Wasser. Als wir näher hinkamen, sahen wir, dass da eine ganze Schlangenfamilie in der Sonne lag. Da mussten wir doch etwas genauer hinschauen, wo wir hintreten. In Finnland gibt es nämlich auch eine giftige Schlangenart, die sogenannte Kyy.

Der nächste Teich war ebenso schön wie der erste. Auch hier führte der Pfad eine Weile entlang.

Im letzten Drittel unseres Ausfluges fanden wir eine tolle Grillstätte an einem See, sogar mit verschiedenen Gegenständen zum Ausleihen. Auch ein Holzklo gab es hier. Schade, dass wir keine Würstchen dabei hatten. Hier hätte ich gerne gegrillt.

Als wir später direkt neben einem grossen Stein vorbeigingen, hab ich mir gedacht: „Hier steht er und hat schon so viel gesehen und erlebt. Wie sich wohl der Wald verändert hat in all den Jahrtausenden?“

Allmählich war es auch schön zum Auto zurückzukehren. Der Weg war zwar wirklich schön gewesen, aber unser Kleiner wurde müde und die Mücken störten allmählich (wie immer wenn man müde wird).

Ich kann Karnaistenkorpi nur empfehlen. Wunderschön, und nicht so überlaufen wie Nuuksio und die vielen beliebten Naturzielen in Südfinnland.

Mehr von Karnaistenkorpi: Link.

Würstchen grillen in Uutela, Helsinki

Dieses Mal wollten wir Würstchen grillen über dem Feuer in der Grillhütte in Uutela, die wir im Herbst das erste Mal besucht hatten.

Nach Uutela kommt man so: mit dem Auto auf dem Ring I (Kehä I) entlang bis ans Ende, dann in Richtung Vuosaari und bis zum Hafen (satama) und schliesslich am Hafen nach links auf den Sandweg, dem Schild nach Uutela folgend.

Obwohl die Kota (Grillhütte) von Uutela direkt neben dem grossen Parkplatz ist, gingen wir nochmals den kleinen Rundweg hinter dem Parkplatz entlang. Schön, dass man hier einen kleinen Ausflug ans Meer machen kann, aber den schweren Fresskorb im Auto lassen kann. 🙂

Die sanfte Frühlingssonne schien und das Eis war schon grösstenteils geschmolzen. Ihana kevätaurinko paistoi ja vesi oli suurinta osin jo sula. An manchen Tümpeln war es zum Glück noch gefroren, denn unser Junge wollte Steine auf das Eis werfen.

Die Farben der Natur waren jetzt anders als im Herbst: statt mosig grün eher hellgelb und graublau.

Diese Mal folgten wir nur dem Naturpfad (Luontopolku) und gingen nur kurz ans Meer. Am steinigen Strand war zwar kein Eis, aber vor allem die grösseren Steine waren glitschig und rutschig vom Meeresmatsch und Moos.

Ziemlich bald waren wir zuråuck am Auto und jetzt ging es zum Grillen ans fertige Feuer in der Kota. Die Uutelan kodan kummit (Paten der Grillhütte von Uutela) unterhalten das Feuer of am Wochenende, ganz umsonst. Wer wissen will, wann genau das Feuer brennt, muss leider die Facebook-Seite Uutelan Kota durchlesen.

Am Ende unserer Tour gingen wir noch an den Hafen von Vuosaari. Dort gibt es ein gemütliches Café, das aber an diesem sonnigen Frühlingstag völlig überlaufen war. Draussen gab es aber leckere dünne Pfannkuchen (lettu) mit Marmelade (hillo).

Kahvila Kampela Vuosaari

Vuosaari in Helsinki: 1,5 km Ringstrecke am Meer

Helsinki, Vuosaari. Ost-Helsinki war bisher kaum das Ziel unserer Naturausflüge, aber von Uutela habe ich in letzter Zeit so viel Gutes gehört, da mussten wir uns das mal selbst anschauen, vor allem da jetzt endlich mal wieder ein bisschen sonnig war.

Die Anfahrt war recht einfach: Ring I bis ans östliche Ende, am Itäkeskus vorbei in Richtung Vuosaari geradeaus, am Columbus-Einkaufszentrum vorbei und den Schildern in Richtung Uutela folgend. Am Hafen dann wieder bogen wir links in einen Sandweg ein, die Uutelantie entlang und schliesslich die Särkkäniemi-Strasse entlang, an der Kreuzung links abbiegend durch den Hof eines Bauernhofes bis zum Parkplatz am Ende der Strasse. Dort befinden sich sogar zwei Parkplätze.

In Uutela gibt es zwei Ringwege, wovon der unsere 1,5 km lang war. Wir machten noch einen Abstecher an die Spitze der Landzunge. Dazu musste man nur nach einigen hundert Metern nach links die Holzbohlen entlang.

Der Weg geht schön am Meer entlang Polku on aika lähellä merta ja jo aika pian näkee puiden lomassa värikkäitä nostokurkia.

Am Wegrand sieht man numerierte Schilder, aber leider gibt es die Erklärungen anscheinend nur im Internet: https://www.hel.fi/hel2/HKR/esitteet/uutela_en.pdf (auf Englisch).

Der Pfad ist zum grössten Teil recht breit was den Ringpfad angeht, aber an manchen Stellen auch etwas schwieriger begehbar, also für Rollstuhlfahrer oder mit Kinderwagen ziemlich unmöglich, aber für Fussgänger nicht zu schwierig.

Da wir noch einen Abstecher an die Landzunge in Richtung Frachthafen gemacht hatten, waren die Gummistiefel ganz nützlich, da der Pfad an manchen Stellen steinig und matschig war, vor allem an den Stellen, wo manchmal das Meer etwas höher steht.

Am Strand ware es sehr windig, aber die Farbskala so spät im Herbst war sehr interessant. Die Abendsonne gab ein schönes sanftes Licht und die moosigen Steine waren ungewöhnlich grün. Auch die farbigen Kräne am Häfen gegenüber sahen nett aus.

Am Strand gab es auch ein paar grosse Steine, von denen sich einige besonders gut zum Beklettern für unseren Kleinen eigneten. Klar, es gab auch viele kleine Steine, die sich dann wiederum besonders schön zum Schmeissen eigeneten.

Am Schluss mussten wir schon einen Zahn zulegen, da es schon allmählich dunkel wurde. Der Weg ging jetzt durch den Wald, weg vom Meer, und teilweise auch an der Strasse entlang. Jetzt war der Weg auch nicht mehr so interessant, da der Wald eher langweilig war, aber einige interessante Sachen gab es trotzdem zu sehen, wie der auffällig bemalte Baumstumpf mitten auf einer Kreuzung oder ein altes Backsteinhaus. Wir fanden auch ein paar Holzpferde auf einer Weide mit einem Schild am Zaun “ Nicht die Ponys füttern“.

Am besten aber war die Kota/Grillhütte am Parkplatz. Das Feuer im Grill drinnen wird an Wochenenden angefacht für die Besucher hier und man kann hier eigenen (mitgebrachte) Würstchen grillen. Das war ein Hightlight für uns vor allem bei dem kalten Wetter. Mehr Informationen und Öffnungszeiten findet man auf der (finnischen) Facebook-Gruppe „Uutelan kota“.